Dirk Lotze - Journalist
Personalnot in Behörden: Verfahren bleiben liegen

Personalnot in Behörden: Verfahren bleiben liegen

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Akten eines Strafverfahrens im Landgericht Wuppertal. Foto: Dirk Lotze

Wuppertal. In der Stadtverwaltung sind Abteilungen so dünn besetzt, dass Akten liegen bleiben. In einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf konnte das Ausländeramt gar nicht mehr reagieren, stellten Richter in einem Urteil fest. In der Staatsanwaltschaft Wuppertal verlängerte sich die Bearbeitungszeit eines Falles auf mehrere Jahre. Der zuständige Sachbearbeiter erhielt von seinen Vorgesetzten statt Hilfe sogar eine Strafanzeige. Das Amtsgericht sprach ihn nicht rechtskräftig frei: "Die Situation war der Leitung bekannt, Abhilfe gab es nicht." Zeugen hatten berichtet, dass die Mängel seit mehreren Jahren bestehen.

Personalmangel in der Staatsanwaltschaft: Mitarbeiter bekam statt Hilfe eine Strafanzeige

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Wuppertal. Die auch für Remscheid und Solingen zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal hat eine "katastrophale" Personalausstattung. So lauten Zeugenaussagen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Strafprozess im Justizzentrum Wuppertal. Ein Beamter des Hauses hatte nach einem Personalgespräch statt Unterstützung eine Strafanzeige seiner Vorgesetzten bekommen. Er habe einen Verurteilten wissentlich zu lange in Freiheit gelassen und Strafvereitelung begangen. Das Fazit des Amtsrichters im Freispruch: "Die Situation war der Leitung bekannt, Abhilfe gab es nicht." - 4. März 2020
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Zuletzt geändert am 14. März 2020