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Tödlicher Polizei-Schuss in Wuppertal

Tödlicher Polizei-Schuss in Wuppertal

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Kriminaltechnik am Einsatzort an der Opphofer Straße. Foto: Claudia Otte

Am Mittag des 9. Februar 2018 starb ein 43 Jahre alter Beschuldigter aus Wuppertal in seiner Wohnung am Ostersbaum in Elberfeld, als Spezialkräfte der Polizei ihn festnehmen wollten. Ein Beamter hatte auf ihn geschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Was wir wissen

Gegründet auf Meldungen der Polizei vom Tag des Geschehens, beziehungsweise bestätigt durch die Staatsanwaltschaft Wuppertal steht fest:

  • Am Freitag, 9. Februar 2018, gegen 12.15 Uhr versuchten Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Düsseldorf eine Festnahme. Der Einsatz ereignete sich in einer Hinterhaus-Wohnung an der Opphofer Straße, am Ostersbaum in Elberfeld. Dort sollte sich ein Beschuldigter aufhalten, der spätere Getötete. Laut Staatsanwaltschaft lagen bei der Aktion Haftbefehl und Durchsuchungsbeschluss vor.
  • Dieser Mann aus Wuppertal ist 43 Jahre alt, Familienvater und Türke. Er hinterlässt Frau und minderjährige Kinder, die an der Adresse mit ihm gemeinsam wohnten.
  • Der Beschuldigte war unbewaffnet.
  • Ein Beamter des SEK schoss einmal mit einer seiner Pistolen und traf den Beschuldigten. Der Verletzte starb, nach Rettungsversuchen.
  • Die Frau war während des Geschehens in der Wohnung.
  • Der Getötete war zumindest in der Vergangenheit zeitweise Präsident der Wuppertaler Abteilung der Osmanen Germania.
  • Die Osmanen Germania treten teils mit Westen voller Abzeichen auf, wie Rocker-Gruppen, allerdings ohne Motorrad-Bezug. Behörden bringen die Organisation allgemein mit Prostitution, Drogenhandel und schweren Gewalttaten in Verbindung. Andere Quellen verweisen auf türkisch-nationalistische Ausrichtung und mutmaßliche Kontakte zur türkischen Regierung oder zum türkischen Geheimdienst MIT. In Medien hat sich die Gruppe selbst als Box-Club dargestellt. Sie wolle jungen Menschen Halt geben.
  • Die Staatsanwaltschaft Wuppertal führte die Ermittlungen vom 9. bis zum 23. Februar ausdrücklich als allgemeines Verfahren, als sogenanntes Vorverfahren, bei dem kein Verdacht auf eine Straftat vorliege.
  • Bei der Mitteilung am 23. Februar war der Staatsanwaltschaft die Identität des beschuldigten Beamten nicht bekannt. Nur seine Dienstnummer habe vorgelegen. Aus Informationen zu den Umständen ergebe sich, dass es sich um einen Mann handelt.

Was wir noch nicht wissen

  • Unklar ist, welchen Verdacht die Ermittler gegen den Getöteten hatten. Die Staatsanwaltschaft nennt nur allgemein „szenetypische Straftaten“ und erläutert ihr Verständnis des Begriffes nicht. Sie verweist auf laufende Ermittlungen, die sie nicht gefährden wolle. Das beziehe sich auch auf mögliche weitere Beschuldigte in dem Verfahren.
  • Es gibt keine gesicherte Angabe, ob die Frau des Getöteten Augenzeugin der Schüsse war oder sich in einem anderen Wohnungsteil aufhielt. Die Kinder des Paares sollen nicht dort gewesen sein.
  • Laut Berichten aus dem Umfeld hat der Mann unmittelbar vor dem Zugriff geduscht und war nur mit einem Handtuch bekleidet. Die Behörden haben das nicht kommentiert.
  • Der genaue Bezug des 43-Jährigen zu den Osmanen Germania am Tag seines Todes ist unklar. Informationen aus seinem Umfeld zufolge hatte er die Gruppe „ein halbes Jahr“ vor dem Geschehen verlassen. Laut Staatsanwaltschaft ist fraglich, ob er noch aktiv war oder ausgestiegen. Denkbar sei, dass die Gruppe ihn hinausgeworfen hatte.
  • Die Behörden geben nicht preis, was die Durchsuchung der Wohnung ergeben hat.

Niemand hat behauptet ...

..., dass sich der Getötete der Polizeimaßnahme widersetzt oder Beamte angegriffen habe.
..., dass der Beamte in Notwehr oder vermeintlicher Notwehr geschossen hätte.
Zuletzt geändert am 24. Februar 2018