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Vohwinkler Flohmarkt: Streit ums Geld

Vohwinkler Flohmarkt: Streit ums Geld

index.jpg: 1024x536, 160k (13. Juli 2019)


Der Vohwinkler Flohmarkt im Westen von Wuppertal besteht seit Jahrzehnten und gilt als der größte Eintages-Flohmarkt unter freiem Himmel in Europa. Er ist Teil des Vohwinkel-Wochenendes, an dem mehrere Veranstalter beteiligt sind. Der Aufbau auf der Kaiserstraße unter der Schwebebahn beginnt am letzten Septembersonntag traditionell um Mitternacht. Zugleich mit den Händlern erscheinen ebenso üblicherweise die ersten Schnäppchenjäger und Trödelfans. Über den Tag besuchen geschätzt hunderttausende Gäste aus Wuppertal und der Region den Markt. 2013 übernahm der Verein Vohwinkler Flohmarkt die Veranstaltung. Die früheren Organisatoren hatten aus Sorge um Haftung bei der Großveranstaltung aufgegeben.

  • Der Vohwinkler Flohmarkt 2018 fand am 30. September statt. Die Veranstaltung kostete geschätzt 25.000 Euro. In der Folge entstand Ärger: Der Verein bezahlte eine Wuppertaler Firma für ihre Arbeit bei Verkehrsabsperrungen und -ausschilderungen nur teilweise. Ein Betrag von 8.800 Euro blieb zunächst offen (laut späterem Gerichtsurteil).
  • Im November 2018 berieten sich Akteure aus Vohwinkeler Vereinen und Politik im großen Kreis mit Oberbürgermeister Andreas Mucke zur Zukunft des Vohwinkel-Wochenendes und damit auch des Flohmarkts. Zum näheren Inhalt teilten die Beteiligten nichts mit. Der Vorstand Flohmarkt-Vereins, Frank Varoquier, erläuterte später, er sei erkrankt gewesen und habe nicht dabei sein können.
  • Im Januar 2019 informierte das Landgericht Wuppertal den Flohmarkt-Verein über die Klage des Verkehrssicherungs-Unternehmens (5. Zivilkammer, Aktenzeichen 5 O 350/18). Im Folgemonat rief der Vereins-Vorsitzende Varoquier über die Internetplattform betterplace.me zu Spenden über 15.000 Euro zugunsten des Flohmarkts auf. Später spendete laut Eintrag dort ein anonymer Benutzer 9930 Euro.
  • Zur Verhandlung im Landgericht Wuppertal am 28. Februar 2019 erschien für den Verein niemand. Das Gericht verurteilte ihn zur Zahlung von Forderung, Zinsen und Kosten, wie der Kläger beantragt hatte. Dieses Urteil griff der Verein nicht an und ließ es damit rechtskräftig und zwangsvollstreckbar werden.
  • In der Folge erhielt der Kläger Zahlungen. Seiner Mitteilung zufolge waren mit Stand von Mitte Juni 2019 allerdings Zinsen und Anwaltskosten in Höhe von mehr als 2600 Euro noch unbezahlt.
  • Der Verein Vohwinkler Flohmarkt kündigte auf Facebook den Markt 2019 für den 29. September an.
  • Am 17. Juni 2019 bestätigte die Stadtverwaltung Wuppertal auf Anfrage: Es liege kein Antrag eines Veranstalters im Zusammenhang mit einem Vohwinkler Flohmarkt 2019 vor. Der Händler- und Gewerbetreibenden-Verein des Stadtteils, Aktion V, bewirbt für den 28. September 2019 den Vohwinkel-Tag und erwähnt keinen Flohmarkt. Die frühere Internet-Seite des Flohmarkt-Vereins unter der Adresse rettet-den-vohwinklerflohmarkt.de zeigte am 13. Juli 2019 nur die Mitteilung, sie sei nicht erreichbar.
  • Mitte Juli 2019 wurde bekannt, dass der Flohmarktverein laut überprüfter Information bereits am 20. Dezember 2017 zahlungsunfähig war und dazu eine Vermögensauskunft ("eidesstattliche Versicherung") abgab. Die Stadtverwaltung teilte mit, der Markt 2018 habe stattfinden können, weil keine Hinweise auf diese Zahlungsschwierigkeiten vorgelegen hätten. Es werde bei Großveranstaltungen über das Sicherheitskonzept hinaus nur geprüft, ob die nötigen Flächen frei sind und ob die Gebühren des Vorjahres bezahlt wurden.
  • Am 12. August 2019 bestätigte die Initiative „Rettet den Vohwinkeler Flohmarkt“ die Absage des Markts 2019 gegenüber Medien. Grund sei, dass der Veranstalter finanzielle Vorgaben der Stadtverwaltung nicht erfüllen konnte.
  • Der Flohmarktverein ruft weiter zu Spenden auf.
Foto: pixabay/domeckopol
Zuletzt geändert am 14. Oktober 2019