12. August 2025: Angeklagter kündigte Sprenganschlag in Wohnhaus an
Der Solinger leidet laut vorläufigem Gutachten unter Verfolgungswahn. Nachbarn berichten, er habe sie vor der Tat türkenfeindlich beschimpft.
Nach einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus am Solinger Heidberg hatte es in dem Gebäude gebrannt. Die Bewohner retteten sich, konnten aber teils über Wochen nicht in ihre Räume zurückkehren. Im Gericht sagten Zeugen: Der Beschuldigte, ein 54-jähriger Mieter, habe den Angriff an der Rudolf-Schwarz-Straße mit Termin angekündigt: "In vier Tagen fliegt hier alles in die Luft!" Nachbarn habe er über Monate türkenfeindlich beschimpft: "Haut ab, Ihr scheiß Türken! Was wollt Ihr hier?" Vor Zeugen habe er Benzinkanister in seine Wohnung getragen.
Das Landgericht Wuppertal verhandelt wegen versuchten Mordes an den Bewohnern. Der 54-jährige ist laut vorläufigem Gutachten eines Gerichtspsychiaters krank. Er leide unter Verfolgungswahn und könnte schuldunfähig gewesen sein. Die Tat vom 23. Februar 2025 hat der Beschuldigte gestanden und erläutert: Er sehe sich von "den Clans" verfolgt, weil sie ungestört Drogen verkaufen wollten.
Der 54-Jährige bestätigte, dass er Gas, Benzin und Sprengstoff in seiner Wohnung zeitverzögert gezündet hat. Mit seiner Katze habe er das Haus rechtzeitig verlassen und von außen zugeschaut.
Im Zeugenstand nannte eine der geschädigten Nachbarinnen die Tat nur noch "den Anschlag". Nachdem sie eingezogen war habe sie den Mann anfangs für freundlich gehalten. Sechs Monate vor der Explosion habe er sich verändert; was das ausgelöst hat, wisse sie nicht. Er habe sie und andere Nachbarn beschimpft. Einmal habe sie geantwortet: "Jetzt reicht es." Die Frau erläuterte: "Es hat geheißen: Wenn er seine Rolläden unten lässt, geht man ihm besser aus dem Weg."
Die verdächtigen Kanister soll der Mann zu dieser Zeit geholt haben. Beunruhigt hätten sich Nachbarn an eine Betreuerin gewandt, der den Mann unterstützte, dann an die Polizei. "Da ist nicht viel rausgekommen", sagte eine Zeugin aus. Einen Kanister dürfe man ja auch tragen.
Die mit festem Termin versehene Drohung habe 54-Jährige extrem laut in seiner Wohnung ausgesprochen, sagte ein anderer Zeuge aus. er habe das in seinen eigenen Räumen gehört und wisse nicht, ob jemand bei dem Mann war, schob aber nach: "Ich habe das als Spruch abgetan." Deshalb habe er nichts unternommen. Von den Kanistern habe er erst nach dem Brand gehört: "Sonst hätte ich anders reagiert."
Das Gericht will Donnerstag, 14. August 2025, weiter verhandeln.
Verhandlung vor dem Landgericht Wuppertal, zweiter Sitzungstag am 12. August 2025.
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