09. September 2025: Prozess um Exhibitionismus: 25-Jähriger bestreitet Tat vor Grundschule
Eine Mutter hatte ihr Kind vom Unterricht abgeholt. Der Angeklagte habe sich auf dem Fahrersitz seines Transporters befriedigt. Aufgehört habe er erst, als sie ihr Handy zum Filmen auf ihn gerichtet habe. Es geht es um die Berufung des Mannes, und um mögliche Freiheitsstrafe.
Ein 25-jähriger Transporter-Fahrer soll sich vor einer Grundschule in Velbert öffentlich befriedigt haben. Dabei soll er bei heruntergekurbelter Seitenscheibe einen achtjährigen Schüler direkt angesehen und weitergemacht haben, obwohl dessen Mutter ihn bemerkte. In seinem Strafprozess wehrt sich der Angeklagte gegen acht Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Das Landgericht Wuppertal muss den Fall ein zweites Mal unabhängig aufklären, weil er Rechtsmittel eingelegt hat. Am Zeugentisch bestätigte die 39-jährige Mutter des Jungen, sie habe den Mann beschimpft, während sie ihren Sohn hinter sich in Deckung schob: "Ich habe Wörter verwendet, die man besser nicht sagen sollte."
Der 25-Jährige ist in fester Partnerschaft und arbeitet als Angestellter. Sein Anwalt erklärte für ihn: "Er hat nichts gemacht." Und Ja: Er werde etwas dazu sagen.
Dem Anwalt zufolge leidet der 25-Jährige unter Blasenschwäche, die sich durch ärztliche Behandlung nicht habe beheben lassen. Er sei an diesem Tag gefahren, als sich der Harndrang meldete. Er habe eine Toilette anzusteuern wollen. An der Ampel vor der Schule habe er aber gemerkt, dass er es nicht mehr schaffen würde: "Er wollte in eine Flasche urinieren." Die habe er wegen seines Leidens dafür an Bord. Die Schule kenne er gar nicht und er habe auch nicht verstanden, was die Frau von ihm wollte, die ihn angeschrieen und ihr Handy in seine Richtung gehalten hatte. Der Junge könne nicht in sein Auto gesehen haben, dafür sei die Fensterkante an seinem Transporter zu hoch. Das Einzige, was stimmen würde: Er habe keine Fahrerlaubnis gehabt und hätte den Wagen nicht steuern dürfen. Normalerweise würde er Fahrrad fahren. Er sei aber am Morgen spät dran gewesen und habe sich für das Auto entschieden.
Die Staatsanwältin fragte, warum er nicht an einer Tankstelle gehalten hatte, an der er vorbei gekommen war und die eine Toilette gehabt hätte. Der 25-Jährige antwortete: Daran habe er nicht gedacht.
Die 39-jährige Mutter sagte aus, sie habe ihren Sohn vom Schulschluss abgeholt. Hinter dem Transporter hätten andere Autos gehupt. Erst da habe sie in den Wagen gesehen. Das Urinieren passe nicht. Die Mutter berichtete von heftigen Bewegungen des Mannes und wie sie ihn mit Gesten aufmerksam machte.
Weiter laut Aussage fuhr der Mann mit seinem Transporter weiter. Ein Video der Frau zeigt sein Nummernschild und dient als Beweisstück, zusammen mit Fotos des Mannes, allerdings ohne entblößten Unterleib. Weitere Eltern hätten das Auto an anderen Tagen auf einem Schulparkplatz gesehen. Die Polizei warnte nach dem Vorfall in Schulstunden vor solchen Situationen. Die 39-jährige Mutter sagte, sie habe von zu Hause aus die Polizei gerufen. Und ihr Sohn habe gesagt, dass es eklig war. Der Rat der Beamten sei gewesen: Sie hätte auch sofort vom Tatort aus den Notruf wählen können. Das wäre völlig in Ordnung gewesen.
Die Staatsanwältin verdeutlichte dem Verteidiger ihr Fazit: "Nach dem, was ich hier gehört habe, ist Ihr Mandant bis jetzt sehr milde davon gekommen."
Das Gericht will bis zur Fortsetzung am 30. September 2025 prüfen, ob der Junge befragt werden muss und weitere Zeugen geladen werden. Eine Sozialarbeiterin soll den Zeugnisschutz übernehmen.
Missbrauch ohne Körperkontakt
Das Amtsgericht hat seine noch nicht rechtskräftige Strafe wegen sexuellen Kindesmissbrauchs ohne Körperkontakt verhängt.
Das Gericht prüft, ob der Junge eine sexuelle Handlung gesehen hat und ob der Täter dies beabsichtigte.
Sollte dies nicht feststellbar sein, könne das Urteil auf "Erregung öffentlichen Ärgernisses lauten" laut. Eine Strafe könne in dem Fall im gleichen Bereich liegen.
Prozessbeginn vor dem Landgericht Wuppertal, 7. Strafkammer, vom 9. September 2025.
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