Dirk Lotze - Journalist
Ladenbesitzerin bestreitet Angriff auf Ordnungsamts-Mitarbeiterin

Gerichtsinsel

10. September 2025: Ladenbesitzerin bestreitet Angriff auf Ordnungsamts-Mitarbeiterin

Auslöser für die Gewalt vor einem Ladenlokal in der Solinger Stadtmitte war ein Knöllchen für Falschparken. Die Verletzte wurde im Krankenhaus versorgt. Über das Geschehen vom Oktober 2021 muss nun das Landgericht Wuppertal entscheiden.

Eine 51-jährige Ladenbesitzerin aus der Solinger Stadtmitte steht wegen Prügelangriffs vor Gericht: Sie habe eine Angehörige des Ordnungsamts geschlagen und verletzt. Tatort sei die Straße vor ihrem Geschäft gewesen. Der Auslöser: Ein Knöllchen, weil ihr Kombi falsch parkte. Ein unbekannter Fahrer sei der Verletzten über einen Fuß gefahren - als er das Auto der Angeklagten wegfuhr.

Bei dem Geschehen vom Oktober 2021 hatte die Geschädigte über Telefon Kolleginnen zu Hilfe gerufen. Sie trafen zusammen mit der Polizei ein. Der Rettungsdienst brachte die Verletzte ins Krankenhaus. Im Zeugenstand berichtete die Frau, sie habe panisch gedacht: "Wie komme ich aus der Situation raus?" Die Ladenbesitzerin habe immer weiter auf sie eingedrängt.

Das Amtsgericht Solingen hat die Angeklagte zu Geldstrafe verurteilt. 2400 Euro für Körperverletzung mit der blanken Faust entsprechen ihrem Einkommen von einem Vierteljahr. Sie hat eine neue Verhandlung beantragt. Zugleich verlangt die Staatsanwaltschaft schärfere Strafe für eine schwerere Tat: Es gehe um Angriff auf Vollstreckungsbeamte. Entscheiden muss nun das Landgericht Wuppertal. Dort erklärte die Angeklagte: "Ich habe noch nie jemanden geschlagen."

Laut ihren Angaben hätte es sich um ein Gespräch im ruhigen Ton gehandelt: Sie habe gesagt, dass sie Ware ausladen müsse. Einem Umstehenden habe sie ihre Autoschlüssel gegeben, damit der ihren Wagen kurz um die Ecke fahren sollte.

Der Anwalt der Geschädigten konterte trocken: "Da hätte er auch im Halteverbot gestanden." Die Angeklagte sagte dazu: "Ja, aber die Frau hätte sich dann nicht mehr aufgeregt."

Die Verletzte hingegen beschrieb, wie die Ladenbesitzerin protestierend aus dem Geschäft auf sie zu gerannt sei. Im Streit hätten sie harte Boxhaken fünf-, sechsmal auf die selbe Stelle einer Schulter getroffen. Die Bewegung spielte sie vor. Über ihr Handy habe sie die Nummer einer Kollegin gewählt, die wusste, wo sie war, und dann laut geschrien, damit die es hören sollte. Über die Angeklagte habe sie gedacht: "Von allein hört die nicht auf."

Das Gericht befragt alle Personen, die das Geschehen gesehen haben. Zur Fortsetzung am 2. Oktober 2025 holt die Polizei eine Zeugin ab, die beim Prozessbeginn fehlte.

Prozessbeginn vor dem Landgericht Wuppertal, 9. Strafkammer, vom 10. September 2025.
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Zuletzt geändert am 11. September 2025