04. Dezember 2025: Raub in Wohnhaus brachte Millionenbeute: Angeklagter gesteht
Den Einbruchsversuch dreier Männer an seiner Terrassentür hatte ein Solinger Unternehmer bemerkt, weil er nicht schlafen konnte. Bei dem folgenden Angriff der Gruppe erlitt der Mann Schläge und Tritte, ihm wurde eine scharfe Pistole vorgehalten. Die Täter flüchteten mit Uhren und Luxus-Feuerzeugen, weiteren Wertsachen und Bargeld. Ein 27-jähriger Mann steht jetzt vor dem Landgericht Wuppertal, weil seine Fingerabdrücke ihn belasten. Er muss mit fünf bis 15 Jahren Freiheitsstrafe rechnen.
Er hatte nicht schlafen können und saß mit seinem Hund in der Küche, als der plötzlich anschlug. Der Solinger Unternehmer blickte auf und bemerkte drei Männer, die seine Terrassentür aufhebelten. Noch im Aufstehen löste er seine Alarmanlage aus, dann ließ er den wie wild bellenden Hund in den Garten. Nur Momente später eskalierte der Einbruch zum brutalen Raub. Der Mann erlitt Schläge und Tritte, ihm wurde eine Pistole vorgehalten. "Die haben mein ganzes Haus auf den Kopf gestellt", sagte der Geschädigte im Landgericht Wuppertal aus. Er fügte hinzu: "Die Beute beträgt weit mehr als 1,3 Millionen Euro." Und: Er hatte zehn Tage zuvor schon einmal Einbrecher entdeckt. Zwei der Männer habe er wiedererkannt.
Anklage: Raub mit Waffen und Drogenhintergrund
Nach dem Geschehen vom Juli 2024 muss sich ein 27-jähriger Mann in einem Strafprozess um Schwerkriminalität verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft. Für ihn geht es um Einbruch, bewaffneten Raub und erpresserischen Menschenraub, weil die Täter den Besitzer vorübergehend in ihre Gewalt gebracht haben sollen. Die Staatsanwaltschaft strebt mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe an. Zum Verhandlungsbeginn gestand der Angeklagte, der dritte Mann gewesen zu sein: "Ich habe das gemacht. Ich bereue das sehr." Hintergrund sei sein mehr als zehnjähriger Kokainkonsum.
Beweise: Fingerabdrücke auf Klebeband, das zum Fesseln dienen sollte
Der Mann wurde durch seine Fingerabdrücke identifiziert, die bereits registriert waren: Die Polizei hatte die Spuren auf einer Klebebandrolle am Tatort sichergestellt. Die Täter hatten dem Besitzer gedroht, ihn damit zu fesseln. Anhand von Aussagen ist klar: Die Rolle stammte nicht aus dem Haus. Sie wurde mitgebracht.
Mindestens 20 Minuten soll der Überfall gedauert haben, berichtete der Unternehmer im Gericht. Schließlich seien die Männer geflohen, nicht ohne zu drohen: "Wenn Du Hilfe rufst, knallen wir dich und deinen Hund ab." Es sei der 27-Jährige gewesen, der das gesagt habe, fügte der Besitzer hinzu.
Sammler-Uhren und Luxus-Feuerzeuge sind wohl endgültig verloren
Was später fehlte waren unter anderem Sammler-Uhren und wertvolle Luxus-Feuerzeuge. Nach dem vorläufigen Stand dürfte der größte Teil endgültig verloren sein. Der Geschädigte sagte aus: Im Nachhinein gehe er davon aus, dass sein Haus ausspioniert wurde, einige Tage vor dem ersten Einbruch. Eine Firma sei da gewesen.
Angeklagter: Angst vor Komplizen
Der 27-jährige Angeklagte lebt laut Aussage in Hessen als Musiker. Er schweigt zu der Frage, wie er nach Solingen gekommen ist. Über die anderen beiden Männer sagt er nichts - denn er habe Angst: "Ich bin im Gefängnis, aber mein Vater nicht." Der könne Opfer von Übergriffen werden. Der Vorsitzende Richter fragte nach: "Uns würde sehr interessieren, wie man darauf gekommen ist, dass in dem Haus was zu holen war." Es blieb vergeblich.
Laut Aussage des Mannes hat er für die Tat 100 Gramm Kokain erhalten - nach Durchschnittspreisen ein Wert von unter 8000 Euro. Zu der Droge sei er als Jugendlicher gekommen, durch Klassenkameraden. Später habe der Vater seinen Konsum entdeckt, ihn aber nicht aufhalten können. Zu ständigem Streit in der Familie und zu seinen Lebensumständen berichtete der 27-Jährige dem Gericht: "Ganz ehrlich? Ich bin nicht der Selbe, wenn ich Kokain nehme."
Schwere Folgen für den Verletzten
Der Geschädigte Unternehmer berichtete, er habe sich nach dem Überfall über Monate wegen Magenblutens behandeln lassen müssen. Das sei durch die Tritte gekommen. Derzeit nehme er Medikamente um sich zu beruhigen und schlafen zu können.
Das Landgericht will das Geständnis mit weiteren Aussagen überprüfen, währenddessen ermittelt die Polizei weiter gegen die mutmaßlichen Komplizen. Das Urteil soll voraussichtlich am 8. Dezember 2025 verkündet werden.
Prozessbeginn vor dem Landgericht Wuppertal, 3. Strafkammer, vom 4. Dezember 2025.
Ich berichte vom Besuch der Verhandlung.
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