08. Dezember 2025: Nach gezieltem Raub mit Millionenbeute in einem Wohnhaus: Landgericht verurteilt zu Haft und Drogenentzug
Der 27-jährige Angeklagte hat gestanden, am Tatort in Solingen mit zwei Komplizen zunächst einen Einbruch begonnen zu haben. Als der Besitzer aufmerksam wurde und fliehen wollte, habe er ihn mit einer Schusswaffe bedroht und geschlagen. Für die Tat soll er mit Kokain bezahlt worden sein.
Täter hatten präzise Tipps
Bei dem gezielten Raub in seinem Haus hatte ein Solinger Unternehmer Schmuck, Uhren und eine Luxus-Feuerzeugsammlung für zusammen mehr als 1,3 Millionen Euro verloren. Die drei Täter hatten gedroht, ihn zu fesseln und ihn mit seinem Hund zu erschießen. Das hat der Mann im Landgericht Wuppertal ausgesagt. Nach vollem Geständnis verurteilte das Gericht einen 27-Jährigen Angeklagten zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft. Wenn er einem Teil der Strafe im Gefängnis verbüßt hat, wird er in eine geschlossene Entziehungsklinik überstellt. Vorher muss das Urteil noch bestätigt werden; so lange bleibt er in Untersuchungshaft. Der Mann soll eigens für den Überfall nach Solingen gekommen sein. Gegen zwei weitere Männer laufen eigene Verfahren, die noch nicht verhandelt wurden. Der Vorsitzende Richter stellte klar, dass die Täter Tipps hatten und wussten, was sie erwarten konnten: "Das war kein Zufall."
Extrem wertvolle Rolex-Uhr wurde Teil der Beute
Der hohe Beutewert vom Juli 2024 kommt überwiegend durch eine einzige Uhr zustande: Eine Rolex Daytona "Paul Newman" für mindestens 750.000 Euro. Der Unternehmer litt sichtlich unter dem Geschehen, als er aussagte: Er habe zu fliehen versucht, sei aber gescheitert. Zwei der Männer habe er trotz Masken wiedererkannt, an ihrer Statur und weiteren Einzelheiten. Sie seien zwei Wochen zuvor schon einmal von ihm beim Einbruch überrascht worden.
Lohn für den Einbruch waren 100 Gramm Kokain
Den 27-Jährigen ermittelte die Polizei, weil seine Fingerabdrücke registriert waren und er Spuren hinterlassen hatte. Er lebte als Musiker ohne feste Wohnung – überwiegend in Hotels in Hessen und Köln. Laut Geständnis erhielt er für Liedtexte Drogen. Für den Überfall habe er 100 Gramm Kokain bekommen. Die Menge im Wert von 8000 Euro brauchte er für einen Monat. Die Behörden in Münster führen ein weiteres Strafverfahren gegen ihn wegen eines Einbruchs dort: wieder in einem Unternehmerhaus, mutmaßlich wieder nach vorherigen Tipps.
In die lange Freiheitsstrafe hat das Gericht eine frühere Verurteilung mit eingerechnet. Es handele sich um Beschaffungskriminalität, weil er Drogen gewollt habe.
Strafe entspricht dem Antrag des Staatsanwalts
Die Strafe entspricht dem Staatsanwalts-Antrag. Dessen Fazit über den Angeklagten lautete: "Für ihn spricht außer dem Geständnis nicht viel." Ein Anwalt des Überfallenen konkretisierte: Es fehlen Angaben zu Komplizen, zum Tippgeber und zum Verbleib der Beute, die mit Stand heute verloren und damit Versicherungsfall ist. Der Mann begehe seine Straftaten in immer schnellerer Abfolge. Diesen Vorwurf wiesen die Anwälte des 27-Jährigen zurück: Ein Teil der Verfahren sei noch nicht abgeschlossen.
Urteil des Landgerichts Wuppertal, 3. Strafkammer, vom 8. Dezember 2025.
Ich berichte vom Besuch der Verhandlung.
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