09. März 2026: 38-Jähriger gesteht Missbrauch von Kindern einer früheren Partnerin
Der Mann gab vor dem Landgericht Wuppertal zu, in Solingen zwei Kinder einer früheren Partnerin mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Anfangs habe er die Übergriffe nachts begangen, während sie bei ihm schliefen oder er die Familie besuchte. Später seien Taten tagsüber dazu gekommen. Anschließend entschied das Gericht, dass die inzwischen jugendlichen Kinder nicht mehr zur Aufklärung aussagen brauchen. Zu ihrem Schutz wurde weitgehend die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
In einem Strafprozess um Missbrauch von zwei Kindern in Solingen hat der 38-jährige Angeklagte gestanden. Er habe 2017 und 2018 sexuelle Übergriffe auf die Kinder einer Partnerin begangen, die damals im Schulalter waren. Sie hätten ihn zum Übernachten besucht, bei anderen Gelegenheiten habe er bei der Familie geschlafen. Die Vorsitzende Richterin im Landgericht Wuppertal ordnete zum Prozessbeginn ein: "Es geht um schwerste Straftaten."
Erste Übergriffe nachts beim Übernachten
Das Landgericht darf mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe verhängen. Die Anklage beschreibt, die ersten Übergriffe seien nachts auf einem Ausziehsofa in seiner Wohnung erfolgt. Später seien Taten in der Wohnung der Mutter dazu gekommen. Einem Jungen habe er unter anderem einen Porno vorgespielt, mit der Ankündigung, ihn aufklären zu wollen. Ein Mädchen leidet womöglich wegen der Erlebnisse unter Depressionen, führt die Staatsanwaltschaft an.
Verdacht tauchte 2018 auf
Entdeckt wurden die Abläufe im Sommer 2018, seit 2023 liegt der offizielle Vorwurf bei Gericht. Der 38-Jährige stammt aus dem bergischen Raum. Für die Verhandlung ist er in Freiheit, weil Haftgründe fehlen und er sich dem Gericht stellt. Im Saal saß er in sich zusammengekauert zitternd neben seinem Anwalt, weshalb ihm die Vorsitzende ausnahmsweise Pausen anbot: "Wir wollen nicht, dass sie hier umkippen."
Eigene Anwältin schützt Rechte der Kinder im Prozess
Seine Aussage hatte der 38-Jährige mit dem Verteidiger vorbereitet. Während er sprach schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus, damit keine Details über die Kinder bekannt werden, ebenso bei der Aussage der Mutter: Sie berichtete hinter verschlossenen Türen, wie die Entdeckung ablief und ob im Nachhinein Anzeichen erkannt wurden. Die Kinder zu schützen ist in solchen Verfahren üblich.
Die beiden Minderjährigen haben eine eigene Anwältin, die ihre Rechte im Prozess verteidigt. Laut Vorsitzender ist für das Gericht vor allem wichtig: "Sie sollen erfahren, dass der Angeklagte sie ins Recht gesetzt hat." Dass niemand mehr unterstellen kann, sie hätten gelogen.
Warum das Verfahren sich jahrelang hinzog
Das Verfahren dauerte mehrere Jahre, weil aufwändige psychologische Gutachten über die Aussagen erstellt wurden. Außerdem war die zuständige Abteilung des Gerichts überlastet. Das kommt erfahrungsgemäß in Wuppertal vor, wenn keine Untersuchungshaft besteht. Die macht Verhandlungen zur Eilsache.
Weitere Zeugen und Urteil wohl noch diese Woche
Am Donnerstag, 11. März 2026, wollen die Richterinnen und Richter weitere Zeugen befragen. Ein Urteil kann voraussichtlich noch diese Woche erfolgen.
Prozessbeginn vor dem Landgericht Wuppertal, 4. Strafkammer, vom 9. März 2026.
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