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Bürgerpark-Verein zahlt Schülern Geld für Hilfe

Bürgerpark-Verein zahlt Schülern Geld für Hilfe

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Uschi Lauterjung (55) engagiert sich im Vorstand des Vereins Lebenswertes Solingen, der den Gustav-Coppel-Park unterhält.

Solingen. Nur mit einem Dankeschön werde man Jugendliche nicht für ehrenamtliche Arbeit begeistern, sagt Vorstandsmitglied Uschi Lauterjung vom Verein Lebenswertes Solingen. Das liege schon am Tagesablauf der Schüler, die bis in den Nachmittag hinein gebunden sind: „Wir zahlen für Arbeit im Gustav-Coppel-Park jetzt 2,50 Euro pro Stunde.“

Lebenswertes Solingen trägt seit fünf Jahren Aufgaben, die andernorts noch städtisch sind: Die 80 Mitglieder unterhalten eine fünf Hektar große Grünanlage im Osten der Solinger Innenstadt. Ohne dieses Engagement wäre dieser ehemalige botanische Garten wohl schon Bauland. Die Arbeit lasse sich allein mit Freiwilligen nicht mehr stemmen, sagt Lauterjung: „Es muss sich grundlegend was ändern.“

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Mitglieder der Schülerfirma helfen beim Wegebau.

Der Verein wolle Leute an den Park binden, um Verantwortung zu fördern, sagt die Vorstandsfrau. Das Konzept gehe auf: Sachbeschädigungen – einst an der Tagesordnung – seien zurückgegangen, ebenso die Spuren von Drogenkonsum. Es gehe letztlich um ein soziales Projekt, das die Nachbarschaft mit einbeziehe, sagt Lauterjung: „Wenn es nur darum ginge, bis zur nächsten Hecke zu mähen, wären wir längst fertig.“

Nach einem Unwetter mussten Wege erneuert werden

Zu tun ist immer viel. Nach Unwettern im vergangenen Jahr hat der Verein einige Wege ausbessern müssen. Es gilt, Büsche zurückzuschneiden, gelegentlich muss eine morsche Weide beseitigt werden. Derzeit ist eine Treppe unterspült, das Gestänge eines Pavillons muss ersetzt werden. Für all das müssen ein städtischer Zuschuss, Spenden und die Mitgliedsbeiträge reichen. Schon bisher habe der Verein Unterstützung durch die Lebenshilfe Solingen gehabt, die 14 mal im Jahr gegen Bezahlung mit einem Team anrückte, sagt Lauterjung. Jetzt sei die Zusammenarbeit mit der Schülerfirma der Hauptschule Central angelaufen.

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Graffiti-Künstler haben Wände an den Parkanlagen gestaltet.

Für 16 Schüler der neunten und zehnten Klassen sei die Hilfe im Grünen eine willkommene Abwechselung, erläutert Lehrerin Birgit Karrenbauer-Mayerhofer. Für gewöhnlich erledige die Übungsfirma der Jugendlichen Kopien und Laminierarbeiten in der Schule: „Wir haben einige dabei, die schon Praktika in einem Gärtnereibetrieb absolviert haben. Das sind unsere Kenner; die anderen helfen nach Kräften – zum Beispiel vom Wegschleppen von Ästen.“ Vom gemeinsamen Verdienst im Park werde die Gruppe einen Ausflug bezahlen.

Senioren helfen lieber im Kindergarten

Senioren würden sich Freiwilligen-Stellen oft in Kindertagesstätten oder Altenhilfeeinrichtungen aussuchen, erläutert der Vorsitzende der Solinger Freiwilligen Agentur, Hans-Reiner Häußler. Sein Verein habe gelegentlich Helfer in den Park vermittelt. Aber: „Die meisten haben klare Vorstellungen.“ Gartenarbeit komme da oft nicht an erster Stelle. Vorbehalte gegen Taschengeld für Freiwillige habe er nicht, stellt Häußler klar: „Es ist gut, wenn junge Leute sich engagieren.“

Das Konzept gehe auf, sagt Lauterjung: Schüler hätten schon über ihre Stunden in der Schulfirma hinaus Arbeit im Coppel-Park übernommen. Auch dafür bekommen sie die genannte Aufwandsentschädigung, erläutert die Vorstandsfrau: „Einer der Schüler hat gesagt: Ehrenamt – das ist doch was für alte Leute. Und ich finde, er hat Recht.“

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Text: Dirk Lotze. Fotos: Lotze, Karrenbauer-Mayerhofer


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Zuletzt geändert am 20. Juni 2014