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Fairtrade Town Monheim – Das Projekt steht am Anfang

Fairtrade Town Monheim –
Das Projekt steht am Anfang

index.jpg: 1024x576, 124k (28. Juni 2014)
Zwei von vielen, die sich für fairen Handel in Monheim einsetzen: Berthold Seegers und Christian Hinz (v. l.) im Einkaufsbereich Alte Schulstraße.

Monheim. Verteilt über die ganze Stadt zeigen bunte Aufkleber an Türen von Läden und Cafés: Monheim setzt sich für fairen Handel ein. Das unabhängige Siegel Fairtrade Town mit einem grünen Bogen über Häuserumrissen trägt die Stadt seit Mitte Juni, aber eigentlich steht das Projekt damit erst am Anfang – sagt Berthold Seegers, Inhaber eines Geschäfts für Mode und Dekorationen an der Alten Schulstraße: „Ich gehe davon aus, dass noch viel mehr mitmachen werden. Unser Ziel ist Transparenz für die Kunden.“

Das offizielle Siegel verleiht der Verein Transfair Deutschland, der unter anderem von Kirchen getragen wird. Er prüft nach internationalen Kriterien. „Das Projekt steht für das, wofür wir uns seit 15 Jahren einsetzen“, sagt Christian Hinz, engagiert in der Monheimer Welt-Laden-Gruppe der evangelischen Gemeinde. Von dort war die Idee ausgegangen, sich an Fairtrade Town zu beteiligen. Die Initiative überzeugte den Stadtrat, der sich mit einem Beschluss zur Verwendung von fair gehandelten Produkten bekannt hat.

Die Siegel-Verleihung beging Monheim auf dem jährlichen Stadtfest in seiner City. Seegers Frau Claudia sagt, sie würde sich eine noch bessere Präsentation auf Veranstaltungen wünschen: „Als im April 2013 eine Textilfabrik in Bangladesch eingestürzt ist, hat das hier zu Diskussionen geführt.“ Zum Kauf nähmen ihre Kunden faire Produkte gern an, wenn ihnen Material, Form und Verarbeitung gefallen. Und: Käufer würden auch bei konventionell hergestellter Ware eine hohe Qualität annehmen, wenn der Produzent parallel faire Produkte anbietet. Wenn er also zeigt, dass er sich seiner Verantwortung bewusst ist.

Läden, Gastronomen, Schulen und Vereine müssen mitmachen

Mindestens neun Geschäfte und fünf Gastronomen mussten sich in Monheim engagieren, Schulen und Vereine galt es einzubinden um die Kriterien von Fairtrade Town zu erfüllen. Berthold Seegers hat sich an der Steuerungsgruppe des Monheimer Projekts beteiligt: „Ich habe gedacht, ich müsste bestimmt viele Leute ansprechen. Aber die Händler informieren sich wohl meistens direkt bei Transfair und bei ihren Lieferanten.“ Die Koordination sei vor allem über die städtische City-Managerin Estelle Dageroth gelaufen.

Von den Monheimer Partnern ist derzeit noch nur ein Teil auf der Landkarte von Fairtrade Town eingezeichnet, die im Internet verfügbar ist. Auch in dieser Hinsicht geht das Projekt wohl weiter. In zwei Jahren wird die Siegel-Organisation die Stadt Monheim zur erneuten Prüfung auffordern.

Text und Foto: Dirk Lotze


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Zuletzt geändert am 29. Juni 2014