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Unternehmer vergibt Preis für Einladung an die AfD

Unternehmer vergibt Preis für Einladung an die AfD

index.jpg: 1200x628, 354k (17. April 2018)
Das Café Swane in Wuppertal sollte am 2. März 2017 Schauplatz für eine politische Vorstellungsrunde werden. Foto: Dirk Lotze

Mit seinem Eigentum kann jeder machen, was er will. Der Essener Unternehmer Reinhard Wiesemann gibt 10.000 Euro an die Wuppertaler Café-Betreiberin Selly Wane, weil sie einen Diskussionsabend mit der AfD organisierte. Das entschied eine Jury für einen Streitkultur-Preis, den Wiesemann gestiftet hat.

Damit rückt er ein Geschehen vom 2. März 2017 in Wanes Café Swane an der Luisenstraße erneut in den Brennpunkt. Die Preisträgerin hatte Landtagskandidaten zur Vorstellungsrunde geladen. Darunter die umstrittene AfD. Unter den mehr als 100 Besuchern protestierten mehrere autonome Linke laut und nachhaltig. Bürgerliche Teilnehmer unterstützten. Ein Team aus umsichtigen Helfern des Cafés verhinderte eine Eskalation. Die Veranstalter brachen den Abend ab.

Gäste zeigten sich später erleichtert, dass die Runde diesen Verlauf genommen hatte: Dass keine AfD-Positionen als scheinbar normale Beiträge diskutiert wurden. Die Besucher hätten den Auftritt verhindert, gegen den der Staat nichts tun durfte. Stimmen aus den rechten Lagern werteten den Abend als angeblichen linken Tiefschlag gegen die Demokratie.

Politischer Konflikt spitzte sich zu

Reinhard Wiesemann und seine Jury sind die Ersten, die diesen politischen Missgriff als Vorbild empfehlen. Und die dafür noch den Begriff der Streitkultur bemühen.

Der Abend im Café Swane brachte für die Debatte in Wuppertal nichts Gutes. Der Konflikt spitzte sich zu, aber ein Mehr an Einsicht folgte daraus nicht. Die AfD blieb die Nämliche. Linke Aktivisten markierten das Café mit Kreide als „Tatort Rassismus“.

Selly Wane erklärte, sie werde nicht andere ausgrenzen, die umgekehrt sie als dunkelhäutige Muslima ausgrenzen wollten. Laut Berichten hat Wiesemann das „enorm mutig“ genannt.

Leichtsinn ist kein Mut. Unsinn mit einem Preis zu dekorieren, ist kein Beitrag für die Gesellschaft.

Reinhard Wiesemann kann mit seinem Geld machen, was ihm beliebt. Die Folgen betreffen alle. Den Beteiligten ist Erfolg zu wünschen. Und künftig eine bessere Hand.

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Zuletzt geändert am 17. April 2018