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Leserbriefe: "In Wuppertal werden Bäume gefällt und Zahnstocher gepflanzt"

Stadtbäume in Wuppertal | Leserbriefe: "In Wuppertal werden Bäume gefällt und Zahnstocher gepflanzt"

Leserbriefe:
"In Wuppertal werden Bäume gefällt und Zahnstocher gepflanzt"

index.jpg: 1024x684, 198k (18. Juli 2019)
Platz vor der ehemaligen Bahndirektion am Döppersberg mit Neuanpflanzungen. Foto: Claudia Otte

17. Juli 2019. Pressefotografin Claudia Otte antwortet auf einen Kommentar von Stefan Seitz in der Wuppertaler Rundschau zur Diskussion um sechs große Platanen im künftigen Wupperpark Ost (am Zentrum Döppersberg) und zu Bäumen am Von-der-Heydt-Platz in Elberfeld.

Sehr geehrter Herr Seitz,

Sie sind also sauer auf Bürger dieser Stadt, die sich gegen das unnötige Abholzen der letzten, alten Baumbestände wehren? Die Wahrheit die Sie hier beschreiben, hat mit der Realität nur ziemlich wenig zu tun. Was hat man den Bürgern nicht alles erzählt zum neuen Grün auf dem neuen Döppersberg. Was daraus geworden ist, sieht man heute auf dem Vorplatz, Zahnstocher hat man gepflanzt, Bäumchen die vielleicht in zehn Jahren mal etwas Schatten spenden. Gepflanzt in einer Betonwüste.

Ein alter, gesunder und großer Baum ist problemlos in der Lage am Tag so viel Sauerstoff zu produzieren, wie zehn Menschen am Tag zum Atmen benötigen. Deshalb müssen die alten Platanen im zukünftigen Wupperpark stehen bleiben. Dezernent Meyer spricht von Platanenkrebs, bis heute in Deutschland noch nicht aufgetreten, aber bei den Wuppertaler Platanen soll die Krankheit schon weit fortgeschritten sein. Mit Recht fühlen die Menschen sich verarscht. Hier wird nach Gründen gesucht, die ein Abholzen rechtfertigen sollen.

Zum Glück kennen auch die Wutbürger Landschaftsgärtner mit Meisterbrief, die haben sich die Platanen nämlich angeschaut, das Ergebnis wird Herrn Meyer überraschen, die Bäume sind gesund. Was jetzt? Da wird von Angsträumen gesprochen, die entstehen wenn die Bäume stehenbleiben. Angsträume für wen? Für die Besucher des neuen Cafe Cosa? Da packt man sich doch an den Kopf. Zwei der Bäume sehen krank aus, warum? Weil die Wurzeln beschädigt wurden, deshalb hat einer der Bäume innerhalb kurzer Zeit alles Laub verloren, der Andere braucht einfach nur Wasser.

Was für Bäume in Wuppertal neu gepflanzt werden, kann man auch sehr gut auf der Cronenberger Straße bergauf und bergab sehen. Kleine ungesund aussehende Gewächse, die den Namen Baum nicht verdienen. Hauptsache pflegeleicht, kleinwüchsig und sauber. Ein wahrhaft trauriger Anblick. In den letzten fünf Jahren wurden in der Innenstadt zu viele Bäume einfach abgeholzt weil sie Baumaßnahmen im Weg waren, das muss aufhören.

Zum Von der Heydt-Platz. Seit Monaten bietet sich ein Bild des Schreckens, Bäume weg, Brunnen stillgelegt. Im August soll umgestaltet werden. Hätte man nicht den Brunnen bis dahin in Betrieb lassen können? Hier haben Kinder gespielt und Vögel haben hier ihren Durst gestillt. Wir sind gespannt, welche Bäumchen neu gepflanzt werden. Fragen Sie mal die ansässigen Geschäftsleute nach ihren Umsatzeinbußen. Dem Ressort für Umwelt und Forsten wird nichts Schlechtes unterstellt, sind es doch die Entscheider im Stadtrat die uns Bürger einen vom Pferd erzählen.

Sie Herr Seitz, unterstellen den Bürgern die sich für den Erhalt von altem Baumbestand einsetzen, Fahrlässigkeit und falsche, öffentliche Information. Das ist nicht nur unverschämt, das ist die Unwahrheit.

Claudia Otte, Wuppertal

18. Juli 2019. Miriam V.:
Herrlich! Genau so ist es. Verdammt noch mal, das war ein blöder Artikel in der Rundschau!
Danke fürs Teilen des Leserbriefes, rettet mir durch klare Formulierung den Abend, nachdem Herr Seitz mir den Morgen verdorben hat.
Diese Zuschriften beziehen sich auf:
Bäume statt Beton? Natürlich!
Kommentar von Stefan Seitz in der Wuppertaler Rundschau, 17. Juli 2019

Dieser Beitrag erschien zuerst in meinem Newsletter Berg und Tal - Beiträge zur Stadtpolitik.
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Zuletzt geändert am 18. Juli 2019