Wahl 20 // Kurzporträts

Marc Schulz

(Bündnis 90/Die Grünen)

index.jpg: 1200x1602, 447k (21. Juli 2020)

Direktkandidat für den Wuppertaler Stadtrat im Stimmbezirk Barmen 54 - Clausen-Hatzfeld und über die stadtweite Reserveliste der Partei Bündnis 90/Die Grünen - Listenplatz 2. Kandidat seiner Partei für die Bezirksvertretung Barmen - Listenplatz 6.

Was ist Ihr persönlicher Hintergrund?
Ich bin 1999 Mitglied der SPD geworden (damals als Student an der Freien Universität Berlin), weil ich das damalige rot-grüne Regierungsbündnis auf Bundesebene unterstützen wollte. Nach meiner Rückkehr nach Wuppertal trat ich 2002 nach der örtlichen SPD-Spendenaffäre aus der Partei aus und wechselte zu den Grünen. Seit 2004 sitze ich im Wuppertaler Stadtrat, von 2014 bis 2019 gemeinsam mit Anja Liebert als Fraktionsvorsitzender und seit Dezember 2019 als Bürgermeister. Ich bin gebürtiger Rotter, wohne dort mit einer Berliner Unterbrechung bis heute, bin verheiratet und habe drei Kinder. Hauptberuflich arbeite ich im NRW-Landtag als wissenschaftlicher Mitarbeiter und war vorher unter anderem als Mitarbeiter der Forschungsstelle Bürgerbeteiligung an der Bergischen Uni verantwortlich für die Organisation und Durchführung von Beteiligungsverfahren (vor allem Planungszellen). Aus dieser Zeit stammt auch meine Mitgliedschaft bei Mehr Demokratie e. V.

Was ist Ihnen wichtig?
Eine der ersten großen Debatten, die ich als schulpolitischer Sprecher meiner Fraktion gleich zu Beginn meiner Ratszugehörigkeit 2004 meistern musste, war die von der Stadt geplante Abschaffung des kostenlosen Schulmittagessens für Kinder aus armen Familien. Unser Einsatz für den Erhalt dieses wichtigen Angebots war damals zumindest teilweise erfolgreich: auf Vorschlag des Rates wurde ein Förderverein gegründet, der mithilfe von Spenden unter anderem der Stadtsparkasse wenigstens einen Teil der Kosten übernehmen kann. Noch heute engagiere ich mich im Beirat des Vereins, da es für mich eine Selbstverständlichkeit darstellt, dass jedes Kind unabhängig von seinem Elternhaus an Bildung teilhaben soll - und dazu gehört auch eine warme Mahlzeit in der Schule. Überhaupt hat die Schulpolitik von Beginn meiner Tätigkeit als Stadtverordneter an eine zentrale Rolle für mich gespielt: so war ich fünf Jahre Vorsitzender des Ausschusses für die städtischen Gebäude und bin aktuell stellvertretender Vorsitzender des Schulausschusses. Darüber hinaus setze ich mich für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung in unserer Stadt ein. Entscheidend ist dabei, dass an der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die politische Arbeit alle Beteiligten in Politik und Verwaltung mitarbeiten müssen und die Politik diese Aufgabe nicht alleine an die Verwaltung delegieren darf. Beispiele wie die erfolgreich verhinderte Bebauung des Carnaper Platzes oder der Einsatz für die Wiedereröffnung der Bürgerbüros in den Stadtteilen zeigen, dass die Menschen ihr Recht in Anspruch nehmen, auch jenseits der Wahltermine Einfluss auf die Politik auszuüben und sich einzumischen. Transparenz, Beteiligung und eine bürgernahe Verwaltung sind für mich daher die Grundvoraussetzungen für ein gelingendes Miteinander von Politik und Bürgerschaft.

Worauf werden Sie im Wahlkampf Wert legen?
Im anstehenden Wahlkampf und auch danach im Rat möchte ich mich weiterhin im Schul- und Bildungsbereich engagieren. Die Einrichtung der siebten Gesamtschule, der bedarfsgerechte Ausbau des offenen Ganztags und eine Verteilung der vorhandenen Ressourcen, die die tatsächlichen sozialen Bedingungen an den Schulstandorten stärker berücksichtigt, sind hier aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte der nächsten Jahre.

Darüber hinaus möchte ich mich in der kommenden Ratsfraktion einsetzen für:

  • eine weltoffene, solidarische und tolerante Stadt. Wuppertal ist bundesweit ein Vorbild bei der Integration und Unterbringung Geflüchteter und ich will, dass das so bleibt. Rechtsextremismus und Fremdenhass – egal in welcher Erscheinungsform – haben in unserer Stadt keinen Platz!
  • mehr ernst gemeinte Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger an den politischen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen.
  • eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Umwelt- und Klimaschutz stärker als bisher bei Planungen mitdenkt. Wir wollen, dass vorhandene Flächen im Innenbereich künftig besser genutzt oder reaktiviert werden und wollen die Grünflächen, die Wuppertal zur grünsten Stadt Deutschlands machen, bewahren.
  • den dauerhaften Erhalt der Kleinen Höhe.
  • mehr Mobilitätsangebote jenseits des Autos, um den Blechlawinen, die sich jeden Tag durchs Tal ziehen, attraktive Alternativen entgegenzusetzen. Daher setze ich mich sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene aktiv dafür ein, dass Wuppertal Modellkommune für ein Solidarisches Bürgerticket werden kann.
  • eine Haushaltspolitik, die eindeutige Prioritäten im Sozialbereich, bei der Stärkung der Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen und beim Umwelt- und Klimaschutz in unserer Stadt setzt, so wie wir das mit dem Haushalt 2020/21 bereits getan haben. Außerdem setze ich mich auf Landesebene aktiv für einen Altschuldenfonds ein.

Als beispielhaftes Thema herausgegriffen: Was ist Ihre Einstellung zu Fridays For Future?
Natürlich hat die Corona-Krise viele andere politische Themen in den Hintergrund gedrängt, da viele Menschen aufgrund der Auswirkungen der Pandemie sowohl mit Blick auf ihre Gesundheit als auch auf ihre wirtschaftliche Situation ganz akut und persönlich betroffen waren. Trotzdem macht die Klimakatastrophe keine Pause wegen Corona. Auch in diesem Jahr sind ihre Auswirkungen zu spüren, zum Beispiel anhand einer extremen Trockenheit im April. Die Existenz dieser Gefahr ist schon seit Jahren bekannt, trotzdem war Klimaschutz als politisches Thema für die meisten Parteien immer nur ein untergeordnetes oder temporär interessantes Feld. Oft wurde in Wahlkämpfen sogar ganz konkret die Angst geschürt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft im Zuge eines zu konsequenten Umwelt- und Klimaschutzes (zuletzt 2017 im NRW-Wahlkampf). Fridays For Future haben mit ihrem beharrlichen Engagement dafür gesorgt, dass die Klimapolitik kein politisches Strohfeuer mehr ist, sondern als zentrales Thema auf der Agenda bleibt und sie drängen Politik dazu, sich nicht nur in Sonntagsreden zum Klimaschutz zu bekennen, sondern auch entsprechend zu handeln. Klimaschutz geht jede und jeden an. Wir haben im Rat gemeinsam mit der CDU im letzten Jahr ein zehn Punkte umfassendes Klima-Maßnahmenpaket beschlossen, das sich momentan in der Umsetzung befindet und das verschiedene Projekte wie zum Beispiel den Umstieg der Stadtverwaltung auf Ökostrom, den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden und die Anschaffung weiterer emissionsarmer Busse vorsieht. Weiterhin haben wir die städtischen Mittel für den Radverkehr um eine Millionen Euro pro Jahr erhöht. Und natürlich ist auch die Rettung der Kleinen Höhe, für die wir Grüne uns seit Jahrzehnten eingesetzt haben, ein wichtiger Beitrag für den Klima- und Umweltschutz in unserer Stadt. All das war nur mit Hilfe eines breiten gesellschaftlichen und politischen Bewusstseinswandels möglich, der insbesondere durch FFF befördert wurde.

Kontaktmöglichkeiten
Telefon: 0202-563 6399
Website: www.marcschulz.net
Facebook: MarcSchulz
Instagram: @marek2309

Wahlbezirk Barmen 54 - Clausen-Hatzfeld // Stadtbezirk Barmen // Bündnis 90/Die Grünen // Wahl 20 in Wuppertal - Alle Kurzporträts

Foto: Tim Ahlerichs

Berg und Tal - E-Mail-Newsletter zur Stadtpolitik
In den Verteiler eintragen und mitlesen

Zuletzt geändert am 21. Juli 2020