Dirk Lotze - Journalist
Susanne Herhaus

Wahl 20 // Kurzporträts

Susanne Herhaus

(Die Linke)

index.jpg: 1200x1602, 293k (09. September 2020)

Kandidatin für den Wuppertaler Stadtrat über die stadtweite Reserveliste der Partei Die Linke - Listenplatz 1.

Was ist Ihr persönlicher Hintergrund?
Ich bin gelernte Industriekauffrau und mit drei Geschwistern aufgewachsen, ich bin verheiratet und habe zwei Töchter. Es war wie ein Blitz, eines morgens wachte ich auf und dachte: "Was passiert hier gerade?" Alles was in meiner Jugend noch normal war, wie 14 Gehälter, einmal im Jahr mit der Familie in den Urlaub, ein kleines Auto für die Familie, wurde uns nach und nach genommen. 14 Gehälter, meine Töchter wollten es nicht glauben, sie hatten nach dem Studium mit befristeten Arbeitsverträgen zu kämpfen und aufgrund dessen Angst, eine Familie zu gründen. Ich sah wieder Menschen, die sich keine Brillen leisten konnten und ich sah wieder Menschen, die sich keinen Zahnarzt mehr erlauben konnten.

2009 bin ich dann in Die Linke eingetreten. Die sozialen Ungerechtigkeiten damals konnte und wollte ich nicht mehr ertragen. Und das hat sich für mich nicht geändert. Seid elf Jahren bin ich Kreissprecherin, seid 5 Jahren Stadtverordnete und seid einem Jahr Fraktionsvorsitzende. Ich bin sehr stolz, in dieser Partei mit Menschen und für Menschen für ein gutes Leben für alle zu kämpfen.

Was ist Ihnen wichtig?
Mein Ziel ist ein lebenswertes Wuppertal für alle, egal welcher Herkunft. Für eine Stadt der sozialen und kulturellen Teilhabe und des sozial gerechten ökologischen Umbaus. Für bezahlbaren Wohnraum und öffentliche Daseinsvorsorge. Für eine seniorinnen- und seniorenfreundliche Kommune, in der alle gut versorgt alt werden können.

Jetzt stecken wir mitten in der Coronakrise, deren wirtschaftlichen Ausmaße noch nicht absehbar sind. Aber eins wissen wir schon mit Gewissheit: Verlierer sind wieder die Menschen mit geringen Einkommen, Kleinselbstständige und Bezieherinnen von Transferleistungen.

Wir sehen jeden und jeden Tag, wie den Ärmsten der Armen immer mehr genommen wird. Ich bin sehr froh, dass es in dieser Zeit Menschen gibt, die helfen und an die denken, die sich selbst nicht helfen können. Ich unterstütze jede, aber auch jede Aktion hierzu. Aber was ist das für eine Schande, wenn es Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die auf "Gabenzäune für Obdachlose" angewiesen sind. Ein "Gabenzaun für Obdachlose" wird als Erfolg gefeiert, als etwas Schönes. So etwas darf es in so einem reichen Land, in unserer Stadt nicht geben. Die Armut und die Arbeitslosigkeit werden immer mehr und größer, diese Menschen brauchen eine Lobby

Aus sozialen und ökologischen Gründen werde ich mich weiter gegen die weitere Bebauung von Randlagen einsetzen. Sie zerstörten nicht nur natürlichen Ressourcen, sondern schaffen nur Wohnraum für Besserverdienende. Es braucht bezahlbaren Wohnraum für Alleinerziehende, Familien und Senior*innen.

Als beispielhaftes Thema herausgegriffen: Was ist Ihre Einstellung zu Fridays For Future?
Ich finde die Fridays For Future-Bewegung einfach nur großartig! Meine Tochter ist mehrfach mit meinem Enkelkind in Düsseldorf mit gelaufen und ich bin, parallel und städteübergreifend verbindend,mit „Omis For Future“ in Wuppertal mit gelaufen. Das macht mir große Hoffnung für die Zukunft. Diese junge Generation wird nicht alles wehrlos hinnehmen. Der Wunsch kam ganz alleine von meiner Enkeltochter, aus ihr heraus. Es sind die Jungen, die uns Ältere wach rütteln und uns fragen: Was macht Ihr da eigentlich mit unserem Planeten? Was hier alles gewaltig schief läuft, sieht man ja, leider, ganz aktuell bei den Corona-Skandalen in der fleischverarbeitenden Industrie. Die Erde wehrt sich, die Jungen mahnen: Es ist an uns, dem Gehör zu schenken und diese Missstände zu ändern!

Durch die Pandemie konnten die Demonstrationen natürlich nicht bzw. „nur“ online weiter fortgeführt werden. Ich bin aber sicher, dass es auch präsenter in den Städten weitergehen und diese ohnehin große Bewegung weiter zunehmen wird. Jetzt, mit Blick auf die aktuellen Skandale, erst recht! „Fridays For Future“ wird seinen berechtigten und dringend notwendigen Platz in der Geschichte finden! Ich merke es bei vielen aktuellen Entscheidungen im Rat: Es sind heute politische Entscheidungen und Maßnahmen möglich, die vor "Fridays For Future" nicht möglich gewesen wären!

Kontaktmöglichkeiten
Facebook: https://www.facebook.com/susanne.herhaus
Webseite: https://www.die-linke-wuppertal.de/
E-Mail: susanne.herhaus@yahoo.de

Die Linke // Wahl 20 in Wuppertal - Alle Kurzporträts

Foto: afi fotodesign/Die Linke
Texte: Die jeweilige, kandidierende Person

Berg und Tal - E-Mail-Newsletter zur Stadtpolitik
In den Verteiler eintragen und mitlesen

Zuletzt geändert am 09. September 2020