Wahl 20 // Kurzporträts

Verena Gabriel

(Bündnis 90/Die Grünen)

index.jpg: 1200x1602, 587k (09. September 2020)

Direktkandidatin für die Wahl zum Rat der Stadt Wuppertal im Stimmbezirk Elberfeld 06 - Friedrichsberg und über die stadtweite Reserveliste der Partei Bündnis 90/Die Grünen - Listenplatz 15

Was ist Ihr persönlicher Hintergrund?
Ich bin seit 2016 verheiratet und wir leben in der grünen Oase der oberen Elberfelder Südstadt. Das Grün hier in der Umgebung ist uns sehr wichtig. Beruflich bin ich Sprachheilpädagogin mit einer Zusatzqualifikation in systemischer Familientherapie. Ich habe über zehn Jahre in Kindertagesstätten in integrativen Gruppen gearbeitet. Bei den Grünen bin ich seit 2001 und habe sehr früh den Einstieg in die kommunalen Gremien gewagt. In München und Münster habe ich in Bezirksvertretungen meine Partei vertreten und hier in Wuppertal bin ich seit der letzten Legislatur stellvertretendes Mitglied im Schul- und Jugendhilfeausschuss sowie ordentliches Mitglied im Betriebsausschuss KinderJugend Wohngruppen und den Altenpflegeheimen. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der katholischen Kirche. Ich bin stellv. Vorsitzende des Katholikenrates Wuppertal und Mitglied im ND-KMF. Das ist ein katholischer Verband, der sich für Reformen in der Kirche einsetzt und gesellschaftspolitisch auch Fragen der Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung intensiv diskutiert.

Was ist Ihnen wichtig?
Bereits als junge Frau haben mich politische Debatten und Themen sehr gereizt. Angefangen hat es als in meiner Heimatstadt in einem Waldstück ein Golfplatz gebaut werden sollte. Da habe ich an Greenpeace geschrieben. Das war der Moment, wo ich wusste, wir bekommen die Welt nicht besser gemeckert. 2001 kam ich dann zu den Grünen. 2002 durfte ich für den deutschen Bundestag kandidieren. Es war eine spannende Zeit und mir wurde klar, wer etwas verändern will, muss gestalten. Genau das ist auch das Spannende in letzter Zeit in Wuppertal. Es ist die Zeit, die Stadt zu gestalten und zu verändern. Überall in der Stadt sehen wir die Folgen der SPD-CDU Kooperation und einer Stadtentwicklungspolitik mit Hang zu Beton. Wir Grüne denken da anders, unsere Stadt der Zukunft ist Grün. Wanderbaumalleen, Urban Gardening, ein Markt mit ökologischen Lebensmitteln vom Bauern aus der Nähe. Ein Verkehskonzept, dass Fahrrad und Fussverkehr nicht ausschliesst, sondern integriert. Mehr öffentlichen Nahverkehr, der auch für alle Leute erschwinglich ist und der Fahrrad und Busverkehr miteinander verbinden kann. Für den Friedrichs- und Grifflenberg brauchen wir Busse mit Fahrradanhängern, so dass eine Verbindung zwischen Samba- und Nordbahntrasse gestaltet werden kann. Und dann ist da noch das Thema Bildung? Bildung beginnt für mich nicht erst in der Schule. Frühkindliche Bildung ist wichtiger als alles andere. In der Kindertagesstätte werden die Grundlagen gelegt für jede weitere Entwicklung. Meine Kita der Zukunft ist dabei eine Kita für alle. Auch in den städtischen Einrichtungen sollte dies gelebt werden. Durch meinen Beruf ist es mir wichtig zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie zu unterscheiden. Den Kindern ihre Erstsprache zu lassen. Es ist eine Ressource mehrere Sprachen zu sprechen und Kinder schaffen das, wenn sie frühzeitig mit mehreren Sprachen in Kontakt kommen. Inklusion und auch frühkindliche Bildung beginnt und endet mit gutem Personal. Quantität und Qualität gehören dabei zusammen.

Mir persönlich ist dabei wichtig, dass

  • wir endlich genügend Kindertagesplätze bekommen und diese auch eine Vielfalt darstellen und es Einrichtungen gibt, die den realen Arbeitszeiten von Eltern entsprechen, da wo es gewünscht wird
  • Personal und Qualität sowie Inklusion Einzug in alle Einrichtungen nimmt.
  • wir das Thema Kinderarmut endlich angehen. Ich engagiere mich deshalb mit einigen anderen Grünen für eine Kindergrundsicherung und gleichzeitig ist es wichtig, kein Kind zurückzulassen.
  • dass Kinder wieder die Förderung bekommen, die sie benötigen. Das Thema Prävention sollte auch im Bereich Entwicklung und präventiver Sozialpolitik wieder eine grössere Rolle spielen. Auch da ist jahrelang im Gesundheitsamt gespart worden.
  • dass wir kommunale Gesundheitspolitik wieder mehr als Daseinsvorsorge als als Gewinnmaximierung begreifen
  • dass wir mehr ÖPNV in der Südstadt und auch Busse, die Fahrräder mit transportieren können ohne dabei Kinderwägen und Rollstuhlfahrer*innen zu verdrängen, bekommen
  • wir Grünflächen am Rand erhalten und Grün in die Stadt Einzug hält
  • wir Spielstraßen und öffentlichen Raum für Kinder erweitern.

Um all das realisieren zu können, brauchen wir aber auch den Mut, Wuppertal ein positives Image zu geben und endlich eine Zukunftsstadt zu werden. Dafür brauchen wir auch auf Bundes- und Länderebene einen Altschuldentilgungsfonds und eine Reform der Kommunalfinanzen. Da möchte ich gerne für werben, auch innerhalb meiner grüninternen Netzwerke.

Als beispielhaftes Thema herausgegriffen: Was ist Ihre Einstellung zu Fridays For Future?
Ich finde es herausragend zu sehen, dass wir wieder eine Generation von jungen Menschen haben, die für ihre Ziele auf die Strasse gehen. In Fragen des Weltklimas ist es fünf nach Zwölf. Und sie machen uns älteren deutlich, dass wir jetzt handeln müssen. Insofern ist 2020 eine grosse Chance. Wenn nicht jetzt, wann dann. Früher haben sich viele Politker*innen beklagt, dass die junge Generation unpolitisch sei. 2002 sprach man vom Ein-Generation-Projekt Umweltpartei. Dies dürfte inzwischen wiederlegt sein. Die Jugend erinnert uns daran, dass wir die Erde von unseren Kindern nur geborgt haben und es Zeit ist, sie endlich zu schützen. Auch Corona macht deutlich, wie wichtig Themen wie Klimaschutz, aber auch Biodiversität sind.

Kontaktmöglichkeiten
Facebook: gruen.Friedrichsberg
Twitter: @VerenaGabriel3
Instagramm: @gruen.Friedrichsberg
E-Mail: verena.gabriel@gruene-wtal.de

Wahlbezirk Elberfeld 06 - Friedrichsberg // Bündnis 90/Die Grünen // Wahl 20 in Wuppertal - Alle Kurzporträts

Foto: Tim Ahlerichs
Texte: Die jeweilige, kandidierende Person

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Zuletzt geändert am 10. September 2020