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Bereit fürs Amtsgericht
index.jpg: 1024x768, 160k (15. September 2016)
Foto: Dirk Lotze


Fundstück: Zwei Flachmänner "Doppelkorn", leer.
Fußweg auf der Gerichtsinsel Wuppertal, 8.30 Uhr.


Zwei Flaschen sind frühmorgens am Wegrand zurückgelassen. Der Haupteingang des Gerichtszentrums liegt kaum 50 Meter entfernt. Das ist womöglich gerade Abstand genug für eine letzte Lagebesprechung zweier Zeugen. Vielleicht war es auch ein einzelner Angeklagter, der sich mit einer doppelten Portion gestärkt hat.

"Haben sie was genommen?" ist gängige Frage in vielen Verfahren. Wer zuhört kann durchaus zu dem Schluss kommen: Das Mittel, das zur Tat geführt hat, soll wohl auch die Aufarbeitung erleichtern. Vergangenes Jahr hat ein Angeklagter (55) einem Strafrichter erklärt: "Sogar mein Arzt sagt, dass ich ein bisschen was trinken soll. Damit ich ruhiger werde." Und ja, das mit dem Fausthieb gegen einen Bekannten, das stimme und tue ihm Leid.

Anscheinend erschweren berauschende Mittel durchaus nicht grundsätzlich die Aufklärung. Ein 35-Jähriger Zeuge in einem Mordprozess bekundete dem Gericht: Durch jahrzehntelangen Marihuana-Konsum sei sein Gedächtnis nicht mehr, was es mal war. Er habe auch gerade erst einen Joint geraucht. Seine Aussage zur Sache hingegen war präzise und höchst detailliert. Der Mann wurde noch während der Sitzung von einem Gerichtspsychiater untersucht. Er muss zwar mit einem eigenen Drogenverfahren rechnen, war aber uneingeschränkt zeugentauglich.


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Zuletzt geändert am 15. September 2016